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Mit den Shutdowns ist das Brotbacken in Mode gekommen. ("Was, du hast keinen Sauerteig?"), im Mittelalter war es Gegenstand detaillierter Kartellvereinbarungen und vor tausenden Jahren spielte es eine massgebliche Rolle bei der Sesshaftwerdung. Mehr ...

Von den meisten der fünfzehn Täler, die dieses Buch ruhig, vielfältig und schön vorstellt, haben Sie wohl schon gehört. Manche sind am Rand der Schweiz, andere mittendrin. Irgendwie abseits sind sie und haben sich vieles bewahrt. Es lohnt sich, hinzugehen und es lohnt sich, sie fotografiert anzuschauen und aus gleicher Hand darüber zu lesen. Als Bergtälerliebhaberin begründe ich dies hier.

Die beiden Autoren des Bestsellers "Die Bibel als Geschichte der Menschheit" haben nachgelegt und sich der Frage gewidmet, wie sich ehemals egalitäre Gesellschaften zu den patriarchalen der sogenannten Hochblüte-Gesellschaften entwickelten (Statue eines Herrschers, der sich vor dreitausend Jahren zu Gott erklärte, fotografiert auf einer eindrücklichen Reise ins anatolische Euphrat-Gebiet) und die Genesis bis heute nachwirken kann. Ich finde: eine bedenkenswerte Lektüre und begründe dies hier.

Corona stand diesem Kochbuch Pate und war Auslöser für ein in jeder Hinsicht wunderbares Kochbuch. Nur schon daran zu denken, macht gute Laune. In weniger als einer Stunde zaubert frau oder man Feines auf den Tisch, das Seele und Körper wärmt. Und vielleicht folgt man der Empfehlung der Autorin, gleich noch ein zwei Portionen mehr für eine Nachbarin zuzubereiten. Warum mir das Kochbuch so gefällt, lesen Sie hier

Mit der Abstimmung um die elektronische ID erreichte die politische Tech-Diskussion eine breitere Öffentlichkeit. Was hingegen vielen nicht bewusst ist, sind die verwinkelten Wege bis die für die vielen Daten notwendigen Zentren einen Ort fanden und warum der Ort ist, wo er ist. Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe hat ihre Erkenntnisse in einem durchaus anspruchsvollen Sammelband veröffentlicht und eine inspirierende wie auch schöne Ausstellung geschaffen: Mein Bericht.

Der etwas andere Kalender - anlässlich der Abstimmung zum Stimm- und Wahlrecht beginnt er am 7. Februar - hat mich gefreut. Für den Artikel über dessen Entstehungs(hinter)gründe habe ich für P.S. einen Blick in den Nachbarkanton getan, nachzulesen hier.

Sein Traum ist es, bis 2030 HIV auszurotten. Prof. Jan Fehrs Berufung gilt übertragbaren Krankheiten. Eine davon bestimmt seit einem Jahr auch das Geschehen im Zentrum für Reisemedizin, dem er vorsteht. Dort testen sie auf Covid-19, beraten, forschen und impfen. Die Eröffnung des renovierten, vergrösserten und neu organisierten Zentrums musste Jan Fehr dagegen verschieben. Die ganze P.S.-Reportage hier.

Die Zürcher Geriatrie-Professorin hat wie jedes Jahr die Grossen ihres Fachs nach Zürich geholt - 2020 in die fast leere Uni-Aula bzw. vor die Kamera. Da erklärten sie eines Mittags zum Beispiel, was gut hören mit Reduktion des Demenzrisikos zu tun hat. Dazu und was habe ich einen Artikel im Zürcher P.S. geschrieben

Ein zehnjähriges Forschungsprogramm der Stadt Zürich geht zu Ende, unter anderem mit einer Verbrauchsstudie von Haushalten in städtischen Gebieten. Dazu habe ich einen Artikel im Zürcher P.S. geschrieben. 

Als könnte sie kein Wässerchen trüben, schaut die angejahrte Dame mit den rosigen Wangen freundlich in die Kamera. Dabei hatten die linguistischen Analysen von Luise F. Pusch zu meinen Zeiten an der Uni für Aufruhr gesorgt. Zum 75. Geburtstags hat Madeleine Marti einen Film über sie veröffentlicht (gratis hier ansehen), "um das Leben und die Leistung dieser gescheiten Frau festzuhalten, aber auch zu zeigen, dass sich die Gesellschaft verändert." Mich hat vor mehr als drei Jahrzehnten mit diese grande Dame inspiriert, meine Dissertation in der weiblichen Form zu schreiben. Die Männer waren selbstverständlich mitgemeint. Der Aufruhr und die Frage an "Doktormutter" Prof. Dr. Heidi Schelbert-Syfrig, warum sie mir das "durchgehen liess", erstaunte mich denn doch. Mehr über Luise F. Pusch in meinem Artikel fürs Zürcher P.S.

Die Corona-Pandemie stellt vieles in Frage und das Wort Krise geht durch viele Köpfe und Herzen. Frühere Krisen prägen uns heute mehr, als uns bewusst ist. Stefan Keller zeichnet dies trefflich in 200 Jahre Arbeitsgeschichte des Kantons Thurgau nach - es hätte ebenso gut ein anderer Kanton sei können, lässt uns die Schweiz und den Thurgau besser verstehen. Eine Besprechung.

Hut ab vor dem Institut für Kommunikation und Führung, welches Mitte März null Komma plötzlich den Unterricht in den virtuellen Raum verlegt hat. In meinem Fall ist daraus eine durchaus positive Erfahrung geworden. Hier lesen Sie übers Wie.

Das Virus ist farbenblind, aber die Folgen treffen die Bevölkerungsgruppen sehr unterschiedlich. Das muss weder sein noch macht das Ausmass für irgendjemanden Sinn. Die ökonomische Theorie hat dazu besseres zu sagen als «Durchseuchung» und mehr als «Eigenverantwortung». Das habe ich im Zürcher PS kurz ausformuliert. Vielleicht hat es ja auch in der Schweiz Supervermögende, die sich diese Gedanken machen? 

Würde ich behaupten, jede Minute der Lektüre sei reines Vergnügen gewesen, würde ich lügen. Die im Frühling 2020 erschienene deutsche Übersetzung von Professor Pikettys Wälzer «Kapital und Ideologie» ist mehr als 1300 Seiten schwer. Die sorgfältige Lektüre und die Besprechung auf engem Raum nahm eine Woche in Anspruch. Motiviert hatte mich der, aus meiner Sicht auch kritische, Austausch mit ihm am 11. März 2020 - mein Bericht lässt sich in der Zürcher Zeitung P.S. nachlesen. 

Auf viele drängenden Fragen skizziert Piketty Ansätze ökonomisch nachvollziehbarer Antworten und untermauert sie mit grosser Datenfülle. Die Lektüre kann der Sprache und der Länge wegen zur Disziplinfrage werden, aber sie lohnt sich letztendlich. Vor allem zeigt sie auf, dass die vergleichsweise tiefe Ungleichheit von 1950 - 1990 von wirtschaftlichem Erfolg gekrönt war - und die Zunahme der Ungleichheit hohes Potential hat, allen zu schaden. Was, namentlich die Sozialdemokratie dagegen tun könnte und was sie in den letzten Jahrzehnten verpasst hat, legt er ebenfalls nachvollziehbar dar. Für mich als Sozialdemokratin so, dass es mir wirklich zu denken gab.

Meine zusammengefasste Sicht des Werkes ist in der Zeitung P.S. im Juni 2020 erschienen.

Sie waren bereits Haare schneiden? Und gehen diese Woche ins Elektronikgeschäft oder auf den Markt? Wieder erlaubt und wieder möglich. Oder was war Ihnen persönlich am Wichtigsten? Der Gang in die Stammbeiz? Wer kann, geht die Lockerungen von #StayAtHome vermutlich schrittweise an, gewinnt etwas Routine im Umgang mit den Schutzmassnahmen und bleibt mit oder ohne Office noch oft im Home.

Mein Entscheid, Coaching auf Distanz anzubieten, fiel Ende letztes Jahr. Noch war Corona ausserhalb Chinas nicht einmal eine düstere Wolke am Horizont und wir konnten uns #StayAtHome auch nicht ansatzweise vorstellen. Der Entscheid fürs Remote-Coaching gründet in den Bedürfnissen der Kundschaft. Viele Menschen, Führungskräfte, Fachleute,  Entscheidungsträgerinnen sind so eingespannt, dass sie sich kaum wöchentlich oder zweiwöchentlich eine gute Stunde und dazu noch die Wegzeit reservieren. Lieber melden sie sich flexibel und diskret, wenn die Fragestellung brennt. Per Telefon oder Video – die Apps und virtuellen Sitzungszimmer spriessen nur so aus dem Boden und werden immer besser – lassen sich, oft verblüffend rasch, durch geeignete Fragetechniken gemeinsam Schritte hin zur Lösung entwickeln. Meist sind es Teilschritte hin zu Teillösungen und beim nächsten «Treffen» kommt der nächste Teil dran. Schritt um Schritt eben, irgendwie ähnlich wie beim Lernen, mit dem Virus zu leben.

Mit der bundesrätlichen Aufforderung «Bleiben Sie zu Hause!» erhielt mein Online-Format Mitte März unerwartete Aktualität.

Die Kundschaft liess das übliche «physische Anfangstreffen» aus und ich darf sagen, es geht auch ohne gut. Parallel wurde meine Anfang März in Luzern begonnene Weiterbildung «Transkulturelles Coaching und Organisationsberatung» vom Kursraum ins Online-Tool verlegt, wo wir seither eine stattliche Zahl von Kurstagen und Gruppenübungen verbracht und unverhofft rasch unseren Erfahrungsschatz ausgeweitet haben. Einzelne TeilnehmerInnen habe ich vielleicht sogar besser kennen gelernt als im Präsenzunterricht. 

«Hände waschen» wird noch eine ganze Weile lang das Gebot der Stunde sein und Abstand halten leider auch. Seit dem 11. Mai können wir uns, wenn Sie wollen, im Sitzungszimmer treffen. Online ist das Coaching vielleicht anders, helfen tut es aber meist sowieso. 

Ernst Frischknecht meinte an der Buchvernissage, Bauern, die nie über die heimische Scholle hinausgeschaut hätten, seien nicht eben die innovativsten. Selber passt er kaum in eine Kategorie. 

Meiner Polit-Generation ist Ernst Frischknecht als streitbarer und eher konservativer Kantonsrat in Erinnerung. Dieses Buch beleuchtet nun sein Wirken in der Bio-Landwirtschaft. Perfekter könnte der Zeitpunkt kaum passen: Glyphosat ist hinlänglich bekannt, Klima in aller Munde und die Trinkwasser- und die Pestizid-Initiative sollen 2020 zur Abstimmung kommen. Eine alte Forderung Frischknechts dagegen, die Besteuerung von Stickstoff oder Pestiziden, harrt leider weiterhin der Dinge. Als Bauer denkt Ernst Frischknecht denkt in Systemen: Was will ihm der Boden sagen, wenn Unkraut wächst? Wie werden Menschen empfänglich für neue Ideen? 

Die Autorin widersteht der Versuchung, chronologisch abzuspulen, obwohl die Zeitspanne von Frischknechts Eltern bis zu Greta Thunberg und Martin Neukoms Wahl in den Regierungsrat reicht. Sie setzt Frischknechts Fragen, Erkenntnisse, Provokationen und das Leben auf dem Bauernhof fundierter Recherche gegenüber und einfach lesbar in den gesellschaftlichen Zusammenhang – bleiben tut Zuversicht.

Als Buchrezension erschienen im P.S. 17. Januar 2020. Christine Loriol, «Damit wir auch in Zukunft eine Zukunft haben», elfundzehn Verlag 2019.

Weniger Schadstoffe, gesünder Leben, hochstehende Medizin und sicherer Verkehr schlagen in den letzten Jahrzehnten deutlich zu Buche mit länger andauernder Gesundheit: Ab dem AHV-Alter arbeitet die Statistik für uns. Den Zürcherinnen und Zürchern – in Basel und Bern wohl auch – stehen ab dann gegen sechs gesunde Lebensjahre mehr bevor als noch in den 80er Jahren. 

Es lohnt sich also auch in dieser Hinsicht, dass

  • die Stickoxidbelastung innert eines Jahrzehnts fast halbiert wurde,
  • wir uns öfter bewegen,
  • mehr Gemüse und Ballaststoffe essen und
  • beim motorisierten Verkehr viel in Temporeduktionen investiert haben.

Sodann können wir der Statistik weiter nachhelfen und auch auf unser individuelles Konto «einzahlen».

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